Trachtenverein "Illachtaler" Rottenbuch

Nach dem Ersten Weltkrieg fand die Trachtenbewegung im gesamten Alpenvorland brauchtumsbewusste und heimatverbundene Mitstreiter. So wurde unter dem Leitspruch "Treu dem guten alten Brauch" am 4. September 1921 in Rottenbuch ein Trachtenverein ins Leben gerufen.

 

Zu den besonderen Ereignissen im Vereinsleben gehörten die Lechgaufeste 1931, 1961, 1980 und 1995, aber auch zahlreiche Vereinsjubiläen oder Fahnenweihen wurden gebührend gefeiert und zeigten die Verwurzelung der Rottenbucher Trachtler mit ihrer Heimat.

 

Herausragend ist nun das jüngste Lechgaufest vom 1. bis 3. Juli 2011. Über 50 Trachtenvereine, 25 Musikkapellen, 18 Festwagen und jeweils eine Vorreitergruppe vor den drei Zügen mit insgesamt 4500 Festzugsteilnehmern stellten eindrucksvoll unter Beweis, wieviel Heimattreue und Liebe zur Tracht in der Region des Pfaffenwinkels vorhanden ist. Am Straßenrand verfolgten über 5000 Zuschauer den großen Festzug, aber auch die Veranstaltungen im Festzelt waren an den drei Tagen sehr gut besucht.

 

Alljährlich im September wird ein Fohlenmarkt für Kaltblutpferde abgehalten, der sich zu einem besonderen Treffpunkt für alle Kaltblut-Freunde und heimatverbundene Menschen entwickelt hat. Der Trachtenverein kümmert sich um die Organisation im Festzelt sowie die Bewirtung der mehreren tausend Gäste.

 

Deshalb liegt es auch nahe, dass die Rottenbucher Pferdefreunde alljährlich zu Ehren des Hl. Leonhard durch das Dorf ziehen. Eine Tradition, die unter Beteiligung zahlreicher Reiter aus der Umgebung gepflegt wird.

 

 

 

 

 

Gautreffen in Rottenbuch zur Stärkung der Gemeinschaft

„Tracht schafft Gemeinschaft“ stellte Prälat Georg Kirchmeier in seiner Predigt fest. Als Ersatz für das Lechgaufest luden die Rottenbucher zu einem Gautreffen ein und rund 1000 Trachtler aus allen Vereinen des Lechgaues bewiesen durch ihre Teilnahme trotz schlechten Wetters, dass sie auf die Gemeinschaft innerhalb der Trachtenvereine großen Wert legen.

In Rottenbuch wird jedes Jahr zum Fohlenmarkt ein Festzelt aufgestellt, also erklärten sich die „Illachtaler“ bereit, eine kleinere Version des Lechgaufestes in diesem Zelt auszurichten. Zunächst zogen die Trachtler zu einem feierlichen Gottesdienst in die Stiftskirche, der vom ehemaligen Wiespfarrer Georg Kirchmeier und Diakon Hans Steinhilber zelebriert wurde. Er blickte auf die unterschiedlichen Generationen, von Kindern bis Senioren, die in ihrer Tracht in den Kirchenbänken saßen und lobte die Trachtler für ihre lebendige Gemeinschaft. „Seid dankbar, dass ihr in Euren Vereinen auf- und angenommen seid“ rief Kirchmeier den jungen Leuten zu und wünschte sich, dass diese Kameradschaft und Freundschaft in der Trachtensache weiter hoch gehalten wird.

Nach der herrlich gestalteten Messe freute sich Gauvorstand Franz Multerer, in der wunderschönen Stiftskirche so viele Trachtler versammelt zu sehen. „I bin der Multerer Franz vom Lechgau und do bin i dahoam“ benutzte er den Spruch des Bayerischen Fernsehens, der mittlerweile eine große Kraft und Heimatverbundenheit ausdrücke.

Angeführt von drei Vorreitern und begleitet von den Musikkapellen aus Rottenbuch, Schongau, Böbing, Peiting, Schönberg und Steingaden, sowie den Trommlerzügen aus Rottenbuch, Hohenpeißenberg und Apfeldorf machten sich die Trachtler zu einem kleinen Festzug auf. Das Wetter war leider recht kalt und feucht, sodass relativ wenig Zuschauer den Straßenrand säumten. Trotzdem waren die Ehrengäste mit dem Landesvorsitzenden Max Bertl, Peter Huber vom Landesjugendvorstand oder der zweiten Gauvorständin vom Huosigau Uschi Sieber samt deren Gaustandarte sehr gut vertreten.

Im Festzelt angelangt, wurde der Aufruf des Prälaten Kirchmeier in die Tat umgesetzt, die Musikkapelle Rottenbuch lieferte erstklassige bayerische Blasmusik und die Trachtler hatten Gelegenheit, ihre Gemeinschaft zu pflegen.

Rosi Geiger